Was aussieht wie ein
Bild von der Mondoberfläche zeigt in Wirklichkeit die rasterelektronenmikroskopische
Aufnahme eines Flugaschepartikels, das von den CSH-Phasen durch Auflösen in Säure
befreit wurde (Bild 5).Ganz deutlich erkennbar sind die leistenförmigen Mullitkristalle,
die in der oberflächennahen Zone des Flugascheglases eingeschlossen sind.
 |
Bild 5: Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme eines
Flugaschepartikels |
 |
Bild 6: Festigkeitsentwicklung Puzzolanische Reaktion der
Flugasche [HAER95] |
Bild 6
zeigt die Festigkeitsentwicklung von Mörtel ohne und mit Flugasche bzw. Quarzmehl. In den
ersten Tagen liegen die Druckfestigkeiten der flugaschehaltigen Mörtel durch den
massebezogenen Austausch von Zement gegen Flugasche und der noch fehlenden puzzolanischen
Reaktion niedriger (Verdünnungseffekt); flugasche- und Quarzmehlmischungen weisen
vergleichbare Druckfestigkeiten auf. Mit dem Einsetzen der puzzolanischen Reaktion
zwischen 14 und 28 Tagen steigt die Druckfestigkeit der Flugaschemischungen an. Nach 365
Tagen wird die Festigkeit der Referenzmischung ohne Flugasche sogar deutlich
überschritten. Aus Bild 6 ist auch der Unterschied zwischen einem reaktiven und einem
inerten Zusatzstoff ersichtlich. Die Quarzmehlmischung liegt aufgrund des fehlenden
Reaktionsvermögens über den gesamten Zeitraum etwa entsprechend der Zementaustauschmenge
von 40 M.-% niedriger.
Um einen inerten Zusatzstoff von einer reaktiven Flugasche zu trennen, ist nach DIN EN 450
u. a. das Festigkeitsverhältnis von flugaschehaltigem zu flugaschefreiem Mörtel (f/z =
25/75 M.-%) im Alter von 90 Tagen nachzuweisen. Der Wert dieses sog. Aktivitätsindexes
muß zu diesem Zeitpunkt mindestens 85 % betragen , was z. B. durch ein Quarzmehl mit
vergleichbarer Feinheit wie die Flugasche nicht erreicht werden kann
|