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Grundlagen der Wirkungsweise von SAFAMENT im Beton - Veränderung des Gefüges

Wie zuvor erläutert, wird bei der puzzolanischen Reaktion Calciumhydroxid verbraucht. Dieses Ca(OH)2 stellt im Beton einen pH-Wert von mindestens 12,5 sicher und gewährleistet zusammen mit den Alkalien den Korrosionsschutz der Bewehrung. Nun stellt sich die Frage, ob es im Hinblick auf den Korrosionsschutz der Bewehrung Einsatzgrenzen für die Verwendung von SAFAMENT gibt.
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Bild 7: Calciumhydroxidgehalt in Abhängigkeit vom
Flugaschegehalt
[SCHI96]
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Bild 8: Wirksamer Porenverschluß ("pore blocking effect") durch
Produkte aus der puzzolanischen Reaktion von SAFAMENT

Bild 7 zeigt die zeitliche Entwicklung des Calciumhydroxidgehaltes von Zementstein ohne und mit zunehmendem Flugaschegehalt. Der Ca(OH)2-Gehalt nimmt zunächst durch die Zementhydratation zu. Bei der gewählten bindemittelbezogenen Darstellung (z+f) verringern sich die Calciumhydroxidgehalte mit anwachsendem Flugaschegehalt durch den Austausch von Zement gegen Flugasche, die selbst keinen Beitrag zur Alkalitätsreserve leistet. Nach rd. 28 Tagen wird der Verbrauch von Ca(OH)2 durch die puzzolanische Reaktion ersichtlich; die Alkalitätsreserve wird reduziert. Allerdings verlangsamt sich der Abbau mit zunehmendem Alter deutlich, was i. w. auf die Gefügeverdichtung durch die gebildeten CSH-Phasen zurückzuführen ist. Die Reaktionspartner müssen durch die dichte Hülle aus Reaktionsprodukten an den nicht reagierten Kern der Flugaschepartikel gelangen und das dauert, da dies ein diffusionskontrollierter Prozeß ist, sehr lange. Ein vollständiger Abbau der Alkalitätsreserve ist selbst bei SAFAMENT-Gehalten bis 60 M.-% von (z+f) nicht zu befürchten. Dies ist besonders wichtig für die hohen Flugaschegehalte bei Massenbetonen. Die Calciumhydroxidgehalte sinken nicht unter die eines hüttensandreichen Hochofenzementes CEM III/B, bei dem seit mehr als 100 Jahren der dauerhafte Korrosionsschutz des Betonstahls nachgewiesen ist. An diesem Beispiel zeigt sich indirekt auch eine der wesentlichsten Eigenschaften von Betonen mit SAFAMENT: die hohe Dichtheit. Die Reaktionsprodukte (CSH-CAH Phasen) aus der puzzolanischen Reaktion lagern sich überwiegend im Bereich von Poreneingängen und Porenwandungen an und verschließen wirksam das ansonsten insbesondere bei hohen w/z-Werten ausgeprägte Kapillarporensystem (s. Bild 8). Dieses Phänomen wird treffend durch den englischen Begriff des "pore blocking effect" beschrieben. Beton- und stahlschädigende Ionen (z. B. Chlorid) und Gase (CO2) werden auf diese Weise effektiv am Eindringen gehindert.